Hundesportverein Glashütte
für jeden das passende Angebot

Mondioring 


Mondioring ist eine international von der FCI (Federation Cynologique Internationale) anerkannte Gebrauchshundesportart. Diese Ringsportart wurde zwischen 1985 bis 1988 von mehreren Delegierten aus Europa und Amerika aus Elementen der wesentlich älteren Sportarten Französischer Ring, Belgischer Ring (NVBK) und Holländischer Ring (KNPV) entwickelt.
Das Ziel war, eine internationale Ringsportart (Mondio = Welt) zu schaffen, die der Selektion von Gebrauchshunden dienen kann und für die Teilnehmenden ein Spiel mit progressiven Schwierigkeitsgraden sowie einen sportlichen Wettkampf ermöglicht.
Jede Prüfung enthält die folgenden drei Disziplinen, die der Reihe nach, d. h. unmittelbar aufeinanderfolgend, absolviert werden:

  1. Unterordnung
    u. a. Freifolge, Positionswechsel auf Distanz, Apportieren eines variablen Gegenstands (bis 3 kg, kein Metall oder Glas), Futterverweigerung, Suche nach einem Gegenstand (Hölzchen mit Zielgeruch: HundeführerIn), Ablage unter Ablenkung
  2. Sprünge
    Hochsprung bis 1,20 m, Palisade (Klettersprung) bis 2,30 m, Weitsprung bis 4 m
  3. Schutzdienst
    u. a. Helfersuche und -transport, Gegenstandsbewachung, Attacke mit Accessoires, Flucht (gebissen oder abgebrochen)

Im Mondioring gibt es drei Prüfungskategorien (MR I bis III), die sich in der Dauer, Anzahl und Schwierigkeit der Übungen unterscheiden, wobei die MR III als sogenannte Königsklasse den höchsten Schwierigkeitsgrad aufweist. In der Kategorie drei kann die Prüfungsdauer bis zu 45 Minuten betragen.
Bei der Gestaltung des für das Mensch-Hund-Team anspruchsvollen Mondioringprogramms wurde großer Wert auf Tierschutz und die Minimierung körperlicher Belastungsspitzen seitens des Hundes gelegt. So verfügt die für den Klettersprung dienende Palisade über eine Abstiegshilfe und bei der Beißarbeit am Vollschutzanzug beißt der Hund vorzugsweise ins Bein. Hierdurch werden Muskulatur, Sehnen, Gelenke und Wirbelsäule geschont. Darüber hinaus kann der Hund bei der Beißarbeit zum größten Teil auf allen vier Beinen stehen, was eine angenehme und schonende Position darstellt.
Die Prüfungen finden auf einem mindestens 60 x 40 m großen Platz statt. Während die Reihenfolge der Disziplinen stets gleich bleibt, kann die Reihenfolge der Übungen variieren.
Jede Prüfung hat ein Thema, z. B. Halloween, Baustelle, Olympische Spiele. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Dies kann die Prüfungen auch für das Publikum sehr unterhaltsam machen.
Innerhalb der Prüfungsordnung bieten sich zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten, was die Schwierigkeit eines Parcours, die Reihenfolge und Gestaltung der einzelnen Übungen, aber auch der Ablenkungen betrifft. Jede Prüfung ist daher anders und enthält immer wieder neue Elemente, die Hund und Mensch – unabhängig von ihrer Erfahrung – vor immer neue Herausforderungen stellen.
Dies macht den Sport ebenso herausfordernd wie interessant und stellt entsprechend hohe Ansprüche an Ausbildung und Training.
Entgegen mancher falscher bis populistischer Behauptungen werden Hunde, die im Mondioring ausgebildet werden, keinesfalls „aggressiv gemacht" oder „zivil" ausgebildet. Die sportliche Arbeit am Vollschutzanzug (Kostüm) hat nichts mit „zivilem Beißtraining", Arbeit in Aggressionsbereichen oder Diensthundeausbildung zu tun, sondern nutzt spielerisch Elemente des Jagdverhaltens – wie es auch im Spiel mit einem Ball oder einer Beißwurst der Fall ist. Statt auf einem Ball oder einer Beißwurst liegt der Fokus des Hundes bei der Arbeit im Mondioring auf dem Kostüm. Unsere Hunde sind gut sozialisierte Familienmitglieder, die uns auch im Alltag begleiten.
Mit einem unsozialisierten, schlecht kontrollierbaren, wesensschwachen oder aggressiven Hund ist Mondioring nicht möglich.
Bei einer Prüfung halten sich mitunter bis zu 10 Menschen auf dem Platz auf. Hund und Mensch müssen ein gut eingespieltes Team sein. Der Hund soll seinem Menschen freudig folgen und die Übungen zügig ausführen. Er absolviert die Prüfung ohne Halsband und Leine. Mit Ausnahme der Kommandos sind Einwirkungen seitens des/der HundeführerIn untersagt.
Neben der Disziplin und den guten Fähigkeiten des/der HundeführerIn muss auch ein Hund, der diesen Sport mit Ausdauer und Freude ausführen soll, bestimmte Eigenschaften aufweisen. Allen voran sind Kontrollierbarkeit, Konzentrationsfähigkeit, körperliche Fitness, Impulskontrolle, Flexibilität, die Fähigkeit zur Selbstregulation, Wesensfestigkeit und ein entsprechendes Nervenkostüm sowie Kooperationsbereitschaft mit seinem Menschen gefragt. Dabei muss ein Hund in der Lage sein, sich nach einer Übung rasch wieder auf ein neues Szenario einzustellen.
Die Mondioring-Prüfungsordnung findest du unter folgendem Link:
https://www.fci.be/de/Mondioring-3500.html
Unsere Trainingsgruppe – Mondioring Pfalz
In unserer Trainingsgruppe legen wir großen Wert auf eine hundegerechte, individuelle Ausbildung, in der Hund und Mensch als Individuen genau dort abgeholt werden, wo sie stehen, und als Team gemeinsam wachsen können. Das Erlernen der einzelnen Übungen erfolgt im Aufbau stets belohnungsbasiert, kleinschrittig und angepasst an das jeweilige Team. Dabei sind die Grenzen der Leistungsfähigkeit unserer vierbeinigen Partner – sei es mental oder körperlich – immer zu beachten und letztlich das entscheidende Kriterium für oder gegen die Tauglichkeit in diesem Sport.
Genauso wichtig ist uns eine sehr gute und harmonische Teamkultur in der Trainingsgruppe. Mondioring ist ein anspruchsvoller, zeitaufwändiger und fordernder Sport, der von Teamgeist und Kollegialität, Fairness, gegenseitiger Unterstützung und Kommunikation lebt. Die Gruppenmitglieder nehmen bei uns grundsätzlich geschlossen an der gesamten Übungseinheit teil.
Für Menschen mit Vorteils- oder Servicedenken, die am liebsten ihre eigenen Übungen absolvieren und dann wieder fahren möchten, ist der Sport daher nicht das Richtige. Ebenso fehl am Platz sind bei uns Konkurrenz, Lästereien oder das Eifern nach möglichst schnellen Erfolgen.
Damit eine gute Trainingskultur langfristig erhalten bleibt, entscheidet unsere Trainingsgruppe gemeinsam über die Aufnahme eines neuen Gruppenmitglieds. Bei Interesse und grundsätzlicher Eignung von Hund und Mensch wird daher zuerst ein gemeinsames, kostenloses Probetraining vereinbart. Passt es menschlich und in Bezug auf die Trainingsphilosophie, wird im Anschluss zunächst eine sechsmonatige Probezeit vereinbart.
Was wird also benötigt, um gemeinsam mit uns Mondioring zu betreiben?

  • In erster Linie einen geeigneten Hund (körperlich und in Bezug auf Sozialisation, Wesen und Temperament), der über einen von der FCI anerkannten Stammbaum bzw. eine von der FCI anerkannte Phänotypisierung verfügt (bei Welpen/Junghunden ggf. anfragen)
  • ernsthaftes Interesse und Spaß an guter Hundeausbildung im Team
  • Engagement und ein hohes Maß an Disziplin
  • Kommunikationsfähigkeit (auch bei Wünschen, Kritik etc.)
  • ein wertschätzendes und kollegiales Verhalten gegenüber anderen Gruppenmitgliedern
  • gegenseitige Unterstützung in der Gruppe und gemeinsame Freude über Erfolge
  • und nicht zuletzt viel Zeit und ebenso viel Geduld

Eine Portion Humor und die Fähigkeit, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, ist darüber hinaus durchaus hilfreich.
Übungszeiten:
Dienstags 17 Uhr nach vorheriger Absprache
Freitags nach vorheriger Absprache
Ansprechpartnerinnen für Fragen zum Mondioring und zur Vereinbarung eines Probetrainings:
Helge Kettermann ✆ +49 157 34355411
Ina Brüggemeier ✆ +49 151 67338698

Instagram